Nach den drei großen kirchlichen
Festen des Jahres – Weihnachten, Ostern, Pfingsten – war, in jeder deutschen
Banater Ortschaft, das Kirchweihfest das wohl größte und bedeutendste
Fest für jeden Banater Schwaben, welcher eines dieser schönen
Dörfer sein Heimatdorf nennen konnte.
Das Kirchweihfest ist zwar ein religiöses Fest,
wurde aber im Gegensatz zu allen anderen christlichen Feiertagen auch von
dem diktatorischen Kommunistenregime geduldet. Natürlich nicht als
ein kirchliches Fest, sondern als eine Art Volksfest, als ein Fest des
Dorfes. In den verschiedenen Ortsdialekten ist das Kirchweihfest
die: „Kerwei, Kirwei, Kirwai, Kirmes u.s.w. Diese Bezeichnungen wurden
auch von der deutschsprachigen Presse, in ihren Berichten über dieses
Traditionsfest, verwendet.
Nun, bei der Ansiedlung des Banats durch deutschsprachige Volksgruppen,
im 18. – 19. Jh., legten Diese den Grundstein vieler Ortschaften, wurden
hier seßhaft und nannten sich selbst, oder wurden von Historiker
„Banater Schwaben“ genannt.
Zur Pflege ihrer Kultur hielten unsere Ahnen es wohl als Pflicht, auch
die Fortsetzung der Religion zu sichern, und errichteten dadurch Gotteshäuser
in ihren neuen Heimatorten. So entstand in jeder Ortschaft ein, für
unsere Zeit historischer Bau - die
Dorfkirche -. Die Einweihung dieser Kirchen fand in der Regel an einem
von den Gläubigen auserwählten christlichen Feiertag statt. Das
war (ist und bleibt?) der Tag, an dem jedes Dorf voller Freude jährlich
sein schönstes Dorffest – das Kirchweihfest – feiert.
Um nun zu unserem Heimatort Bruckenau zu kommen;
unser Kirchweihfest wird jährlich am Sonntag der „Heiligen Dreifaltigkeit“
gefeiert. Eine, in der Kirche über dem Weihwasserkessel hängende,
Urkunde bestätigt, dass das Gotteshaus der Bruckenauer zum Tage der
„Heiligen Dreifaltigkeit“ im Jahre 1776 eingeweiht wurde. Die Einwohner
unseres Dorfes blieben diesem Fest treu; es wurde, wie in allen deutschen
Ortschaften des Banats, zur Tradition, dieses Ereignis mit Stolz jährlich
aufs Neue aufleben zu lassen. Somit beging man im Jahr 1976 das 200-jährige
Jubiläumskirchweihfest, eines der größten und schönsten
Feste im Bruckenau der Nachkriegszeit.
Hier soll nun demnächst versucht werden, dem
interessierten Leser, den Ablauf des Festes – wenn auch nur anhand eines
bescheidenen Arsenals von Fotos – in
Wort und Bild darzustellen.
Wie bereits erwähnt, wurde
das Bruckenauer Kirchweihfest am Sonntag der „Heiligen Dreifaltigkeit“,
ein katholischer Feiertag, eine Woche nach Pfingsten, d.h. acht Wochen
nach Ostern, gefeiert. Nach kalendaristischen Berechnungen fällt das
Fest frühestens auf den 17. Mai und spätestens auf den 20.
Juni. Sicherlich wurde nicht nur an diesem einen Tag, dem „Kerweisunntach“,
gefeiert. Sehr wohl begannen die Vorbereitungen in den Familien schon mindestens
eine Woche früher und wenn man auch noch Jugendliche im Haus hatte,
die als „Kerweibuwe“, oder „Kerweimädicher“ dabei waren, dann hatte
man bedeutend mehr zu tun, und war auch für die Mithilfe aus der Verwandtschaft
oder Nachbarschaft sehr dankbar.
Jene Jugendliche, die zwischen 15 und 20 Jahre alt
waren, machten in der Regel in „schwowischer
Kerweitracht“ bei dem Fest mit. Es waren diejenigen, die der „Kerwei“
ihren Glanz und ihren Sinn für Tradition und Pflege der Kultur unserer
Ahnen gaben. Die Organisation des kulturellen Teils übernahmen die
ortsansässigen deutschen Lehrkräfte und so wurde unter den Jugendlichen
der „Vortänzer“ - in der Regel aus dem Jahrgang jener Jungs,
welche bereits für den Wehrdienst gemustert waren und kurz vor
der Einberufung standen – bestimmt. Der „Vortänzer“ und seine Partnerin
waren dann das „Vortänzerpaar“ und trugen, an der Spitze des Kirchweihumzuges
den mit bunten Bändern geschmückten „Rosmareinstrauß“.
Als zweites folgte das „Nohtänzerpaar“ (zweites Paar) und auch ein
„Drittänzerpaar“ wurde ausgemacht. Die zwei letztgenannten Paare trugen
jeweils einen bunten Rosenstrauß, wodurch sie sich von den anderen
Paaren unterschieden. Ebenso übernahmen die Organisatoren die Verhandlungen
mit den Dorfbehörden, damit diese, beim Kirchgang der „Kerweipaare“
unter den Klängen der dorfeigenen Blaskapelle,
ein „Auge zudrückten“. Die örtlichen Behörden sorgten
sogar, in Zusammenarbeit mit dem Dorfwirt, dass zu diesem Fest ausnahmsweise
genügend Bier in die Konsumgenossenschaft geliefert wurde, damit man
seine Gäste auch mit Bier bewirten konnte.
Apropos Gäste: Es kamen Verwandte, Freunde
und Bekannte aus den Nachbardörfern, aber auch aus entfernten Orten
und sogar aus dem Ausland (vorwiegend Deutschland). Bei der Anzahl der
Gäste galt die Faustregel: auf jeden Einheimischen entfiel ein Gast.
Damit diese Gäste sich auch wohl fühlen konnten wurde in
vielen Familien ein Schwein geschlachtet; Hühner und anderes Geflügel
schlachtete man sowieso in jedem Haus; auch Kaninchen- und Lammbraten standen
auf der Speisekarte. Für das Wohl der Männerseelen sorgten: Schnaps,
Wein und auch Bier, sobald der Gastgeber einen Kasten erwischen konnte.
Musikalisch begann die „Kerwei“ am frühen Samstagnachmittag, als
die „Kerweibuwe“ mit der Blaskapelle vom Vortänzer, durch alle Gassen
des Dorfes, loszogen um alle Bruckenauer und Gäste, mit einem Schluck
vom „Kerweiwein“, zum Fest einzuladen. Die „Prominenten“ des Dorfes wurden
von den drei „Tänzern“ als Ehrengäste eingeladen, wobei der Umzug
dann von diesen bewirtet wurde. Zum Abendessen wurden die „Kerweibuwe“
an diesem Tag vom „Vortänzer“ eingeladen, wo auch ergiebig, aber mit
„Moos“ getrunken wurde, denn man mußte ja am Sonntag rechtzeitig
fit sein.
Der Vormittag am „Kerweisunntach“
wurde dem kirchlichen Teil der Veranstaltung gewidmet. Nachdem der „Vortänzer“
und anschließend die „Vortänzerin“ von zu Hause, vom „Kerweizug“
abgeholt wurden, ging es, unter den Klängen der Blasmusik,
in die Kirche zur Heiligen Messe. Die bis Anfang der ´90 er Jahre
schön gepflegte Kirche
erwies sich an diesem Tag viel zu klein. Der Pfarrer lud die Kirchweihpaare
anschließend zum Empfang im Pfarrhaus ein, wo die „Vortänzerin“
eine kleine Rede hielt, worauf
der Herr Pfarrer mit einer Antwortrede reagierte. Nach einem kurzen, gemütlichen
Plausch ging es dann nach Hause zum Mittagessen, wo die Jugendlichen mit
ihren Gästen aber nur kurz plaudern konnten, denn schon am frühen
Nachmittag stand der Höhepunkt des Festes bevor. Besonders für
die „Kerweimädicher“ war es kein besonders gemütliches Festessen,
denn 7 – 8 Unterröcke ausziehen und nach dem Mittagessen wieder genau
so viele wieder anziehen, einen frischen Überrock dazu, ja das war
wahrlich in 1,5 h kaum machbar! Übrigens war Pünktlichkeit, sehr
zum Leidwesen der Organisatoren, nie eine Stärke der Bruckenauer.
Jedenfalls wurden „Vortänzer“ und „Vortänzerin“ traditionsgemäß
vom Kerweizug abgeholt und man begab sich froh gelaunt in die Dorfmitte,
zum „Kerweifaß“, wo alle Dorfbewohner und Gäste bereits versammelt
waren. Die anwesenden wurden zuerst von der „Vortänzerin“ begrüßt,
nachher trug der „Vortänzer“ den traditionellen „Kerweispruch“
in schwäbischer Mundart vor. Zwischendurch ließen die Musiker
auch mal das „Kerweistick“ erklingen. Den „Kerweitanz“
um das Faß eröffneten ebenfalls die Tänzerpaare. Die Stimmung
unter den Anwesenden erreichte allerdings ihrer Höhepunkt mit dem
Auftritt des „Kerweivaters“, der mit seinen humoristischen Einlagen stets
bemüht war alle Zuschauer für sich zu gewinnen, was den Herren,
die in diese Rolle schlüpften auch stets gelungen ist. Zu den Aufgaben
des „Kerweivaters“ gehörte auch, „Hut un Halstuch“ an den Mann zu
bringen; der Gewinner wurde durch Losentscheid ermittelt. Nach dessen Extratanz
mit der „Vortänzerin“ begab sich der „Kerweizug“, auf Einladung des
o.g. Gewinners, zu Diesem nach Hause, wurde dort reichlich bewirtet und
marschierte nachher ins Kulturhaus, wo sich mittlerweile alle Tanzlustigen
eingefunden hatten.
Nach ein paar Tanzrunden kam ein langer Einsatz
für die Musiker – nämlich der „Kerweitanz“. Dieser wurde lange
Jahre nur mit der „Vortänzerin“ veranstaltet. Jeder Anwesende konnte
eine Walzerrunde mit Dieser drehen, den „Kerweiwein“ verkosten und einen
angemessenen Betrag in die „Kerweikasse“ spenden. In den letzten Jahren
kamen jedoch alle „Kerweimädicher“ zum Einsatz, was auch mehr Geld
in die Kasse brachte.
Gleichzeitig mit dem Kirchweihtrubel lief auch für
die Kegelfreunde der große Wettbewerb. Es wurde um den „Kerweibock“
gekegelt. Am späten Nachmittag stand dann auch der Gewinner fest,
welcher sich nicht die Ehre nehmen ließ, den ganzen „Kerweizug“ und
die Kegelgegner zu sich nach Hause einzuladen, wo eine kurze, aber frohe
Feier abging. Sehr zum Leidwesen der Kapelle war der Aufenthalt beim o.g.
Gastwirt jedoch recht kurz, da noch ein Umzug durch das ganze Dorf noch
anstand. So konnten auch die Alten und Kranken, welche an dem Kerweifest
nicht teilnehmen konnten, unsere prächtigen Trachtenpaare bewundern.
Über den Glanz der Bruckenauer Kerweitracht
sollen
hier nicht viele, sowieso wenig sagende Wörter verloren werden. Dem
Betrachter ist es freigestellt, die beigefügten Bilder selbst zu beurteilen.
Fakt ist, dass die Bruckenauer Trachtenpuppen im "Adam Müller Guttenbrunn"
Heimatmuseum von einer fachkundigen Jury zu den schönsten Trachtenpaare
gekürt wurden.
Nach dem ca. 4 km langen Dorfmarsch wurden die Trachten
nun abgelegt. Zum Abendbrot waren die Mädchen bei den Burschen eingeladen.
Auch dieses Mahl konnte nicht ausgedehnt werden, denn mit Anbruch der Dunkelheit
war der Einmarsch in das Kulturheim angesagt und wer zu spät kam,
den bestrafte zwar nicht das Leben, aber die Organisatoren, was wieder
der Kerweikasse zu Gute kam. Diesmal geschah der Einmarsch aber nicht in
Tracht, sondern "herrisch" gekleidet. Die „Buwe“ erschienen im Anzug und
die „Mädicher“ in einem modischen, extra für die Kerwei geschneiderten,
Kleid. Nach dem Einmarsch tanzten die "Kerweipaare" unter sich, bis nach
etwa einer Stunde der von allen Tanzlustigen erwartete Aufruf: "Tanz für
Alle" ertönte. Traditionsgemäß erklang etwa bis Mitternacht
Blasmusik, gefolgt von der so genannten "Streichmusik", wobei die Stimmung
ihren Höhepunkt erreichte. Von Müdigkeit war wenig zu erkennen
und bis in die frühen Morgenstunden herrschte die beste Stimmung.
Natürlich war auch jetzt die Kerwei noch lange nicht vorbei, denn
am frühen Montagnachmittag ging es mit einem Dorfumzug wieder weiter.
Dieser war, da nicht mehr in Tracht, aber leichter zu bewältigen.
An diesem Tag wurden die "Nohtänzer-" und "Vortänzerpaare" abgeholt.
Es gab also die Gelegenheit, sich in 4 Häusern zu stärken. Auch
war der Ablauf nicht mehr so hektisch, denn im Kulturhaus warteten nur
noch wenige Gäste auf die Kerweipaare. Deren Angehörige und ein
paar ältere Frauen, die wohl dachten, dass die Kapelle ohne ihre Anwesenheit
überhaupt nicht spielt, waren jedenfalls dabei. Auch an diesem Tag,
wie übrigens bei jeder Gelegenheit, sorgten die Tänzerpaare für
Verstärkung in Form von belegten Brötchen und Kuchen. Am Kerweimontag
wurde bis Mitternacht in froher Runde durchgetanzt. Als dann vorerst "Feierowed"
verkündet wurde, war es für den Großteil der Beteiligten
eine Erlösung; trotzdem hätten die Tapfersten noch gerne bis
in das Morgengrauen durchgehalten. Sehr wohl, es wurde nur vorerst "Feierowed"
geblasen, denn die Kerwei war ja noch nicht begraben, es stand ja noch
die "Nohkerwei" bevor.
Standhafter, als die Kerweipaare der ´70 er Jahren, waren wohl
Diejenigen, welche eine Generation voraus den Kerweistrauß getragen
hatten. Damals ging das Fest montags noch die ganze Nacht hindurch und
erst dienstags nach Mitternacht wurde es vorerst beendet. Nun das war in
jener Zeit auch möglich, da die Kirchweihpaare auf ihrem eigenen Hab
und Gut tätig waren und nicht nach Temeschburg als Arbeiter, Lehrling
oder Schüler pendeln mußten.
In der Woche zwischen Kerweih und
Nohkerweih findet immer der katholische Feiertag Fronleichnam statt. An
diesem Tag wurde bis in die ´50 er Jahre die Fronleichnam- Prozession
von der Kirchengemeinschaft veranstaltet. Die Kerweipaare jener Zeit wurden
zu diesem Anlaß wieder aktiv indem sie an diesem Umzug teilnahmen.
In den Jahren der Ceausescu Diktatur blieb dieser Umzug den Kerweipaaren
"erspart", da diese Veranstaltung nicht mehr genehmigt wurde.
In dieser Woche liefen die
Vorbereitungen für die "Nohkerwei" auf Hochtouren, obwohl
die Veranstaltung ausschließlich am Sonntag abgehalten wurde. Das
Vormittagsprogramm beschränkte sich, nachdem das Vortänzerpaar
abgeholt war, im Grunde auf den Besuch der Heiligen Messe. Am Nachmittag
wurden dann alle drei Tänzerpaare von den restlichen Paaren, unter
Begleitung der Blaskapelle, abgeholt, wobei man diesmal dem Vortänzer
als Letzter die Ehre zukommen ließ; die Nohkerwei war der Tag des
Vortänzers; ansonsten war es immer seine Partnerin, die als Letzte
abgeholt wurde. Auf diesem langen Marsch durch das gesamte Dorf, welcher
sowohl für die Kerweipaare, als auch für die Musiker eine Kraftprobe
war, ließ man sich reichlich Zeit, schließlich wurde
man ja von allen Gastgebern reichlich bewirtet. Der Einmarsch ins Kulturheim
erfolgte am späten Nachmittag, wobei die Kerweipaare und die - im
Vergleich zur Kerwei - wenigen Gäste die Gelegenheit hatten, in dem
diesmal nicht überfüllten Saal, in lockerer Atmosphäre das
Tanzbein zu schwingen.
An diesem Abend waren nun die Kerweibuwe bei ihren
Partnerinnen zum Essen eingeladen, nachdem die Tracht für dieses Kerweifest
abgelegt wurde. Am späten Abend erfolgte dann der letzte Aufmarsch
im Kulturheim. Obwohl nicht mehr gerade frisch, tanzten die Jugendlichen,
in froher Runde, die ganze Nacht durch. Natürlich kamen auch alle
anderen Tanzwilligen zum Zuge, bis in den Morgenstunden die Kerwei dann
"begraben" wurde.
Wir möchten darauf aufmerksam machen, dass
diese Schilderung sich auf ein Kirchweihfest in den ´70 er Jahren
bezieht. Wie bereits erwähnt war das Jubiläumsfest des Jahres
1976, mit 24 Paaren, eines der Schönsten. Bis Anfang der ´80
er Jahren wurde immer noch ein schönes Kirchweihfest veranstaltet,
aber plötzlich gerieten diese wunderbaren Veranstaltungen ins Stocken,
nicht zuletzt weil es an Jugendlichen mangelte, aber es ging plötzlich
mit der Auswanderung in die B.R.D. zügig voran und alle anderen Interessen
wurden in den Hintergrund gestellt.
Obwohl in den ´80 er Jahren noch zwei sehr
gelungene Männerkerweihen veranstaltet wurden (mit verheirateten Paaren),
blieb Thema Nr. 1 das "Deitschland fahre" und die traditionsreichen Feste
blieben auf der Strecke.
Unseren fachkundigen Lesern sollen hier noch einige
Fragen beantwortet werden.
Wieso wurde nichts von einem Kerweibaum erwähnt?
Nun, das Bruckenauer Kirchweihfest wurde,
wie bereits erwähnt, zwischen der zweiten Mai- und der ersten Junihälfte
gefeiert. In unserem Ort herrschte lange Zeit die Tradition des Maibaumsteckens;
also stand gerade zum Kirchweihfest ein schmucker Maibaum (auch) in der
Dorfmitte vor dem Kulturheim. Die Veranstaltung des Kirchweihtanzes wurde
aber sittengemäß am und um das "Faß" gemacht.
Wieso wurde der Rosmareinstrauß am Kerweihfest nicht versteigert?
Ja, dieser Strauß blieb, als ewiges
Andenken, im Besitz des Vortänzerpaares. Versteigert wurde ein Rosmareinstrauß
am Trachtenball (Schwoweball), in der Regel der erste Ball des Jahres.
Der Ersteigerer des Straußes schenkte ihn einem Trachtenpaar, welches
dadurch das Tänzerpaar des "Schwoweballs" wurde.
All das gehört aber leider der Vergangenheit an...
Wie, wann und wo wird das Bruckenauer Kerweihfest in der Gegenwart
abgehalten?
Es gibt sie noch - die Bruckenauer Kerweih.
Jeweils in den ungeraden Kalenderjahren treffen sich alle interessierten
Bruckenauer am Samstag, vor dem Tag der "Heiligen Dreifaltigkeit", in Nürnberg
(hier haben viele Bruckenauer ihre neue Heimat gegründet). In der
"Maria-Hauch-Kirche" wird eine gemeinsame Messe gelesen. Jugendliche sind
- leider nur in der Kirche - in Tracht mit dabei. Anschließend folgt
ein zünftiges Zusammensein in einer Wirtschaft, wo viel geplaudert,
getanzt, gegessen und auch getrunken wird. (ehemalige) Bruckenauer Musikanten
musizieren wieder mal zusammen.
Im Jahre 2001 steht das 225. Kirchweihfest
bevor. Vielleicht läßt sich die Vorstandschaft der HOG zu dieser
Gelegenheit etwas einfallen. Vielleicht ein Kirchweihfest in der alten
Heimat? Wer weiß.... Lassen wir uns überraschen!
Liewe Bruckenauer, geehrti Gäst von weit und braat
Ob vun de Heck, oder vun de Haad
Oder ob Dir aach seid vun am ferne Land
Mir reiche Eich heit wirklich gern die Hand.
Un herzlich willkommen sein uns alle Leit
Weil die Bruckenauer feire ihre Kerwei heit.
Musich! (Kerweistickl)
Liewe Gäst, des war a ziehmlich harti Zeit
A ganzi Woch hot´s Dorf die Kerwei vorbereit.
For so a Fest brauch mer nit nor gute Wein
Aach gschlacht sein gewe: ziemlich 50 Schwein
200 Hingle hun for heit es Messer kriet
100 Ente hot mr for saftich brote, gebrieht
Dezu a Haufe Gäns un Pokle, Hase, Schof,
Ja liewe Leit, do ware Nächte ohne Schlof.
Musich! (Kerweistickl)
Die Männer hun täglich in de Keller misse giehn
For noch dem gute Tropfe in de Fässer zu siehn.
Besorgt hot mr Bier un Racki un Wein -
Weil ohne Getränk kann doch ka Kewrwei nit sein.
Nochmittags gieht a jeder aus mit seine Gäst
Ins Zentrum vum Dorf, ans Faß zum Kerweifest.
Do stiehn die junge Paare in voller Pracht
Einmalig is die Bruckenauer Kerweitracht.
Musich! (Kerweistickl)
Die junge Paare - heit sein´s echte Schwowe
Organisatore un die Musich kann mr heit nur lowe.
Vergesse kann mr jetz´ die Vorbereitungstäch
Uns´rem Kerweihfest stieht nix mehr im Wech.
Zum Schluß heb ich den Strauß aus Rosmarein
Ja schenner kennt der wirklich gar nit sein.
Drum feire mr jetz unser fest und rufe noch:
"For die Bruckenauer Kerweih - Dreimol hoch!- (zurück)