Am 30 Juni 2001 fand in Nürnberg das zehnte Bruckenauer Heimattreffen
statt. Es kamen Landsleute und Freunde, erfreulicherweise mehr als
beim Treffen 1999, aus Nah und Fern.
Dank unseres Landsmannes Reinhard Scherer, der die Einladungen mit
passendem Bruckenauer Motiv erstellte, konnten diese rechtzeitig an jede
verfügbare Adresse verschickt werden.
Wie auch schon die vorhergehenden Treffen, wurde das Fest mit einem
feierlichen Gottesdienst in der Kirche „Maria am Hauch“, im Stadtteil „Röthenbach“,
wo besonders viele Banater und somit auch Bruckenauer ein Zuhause gefunden
haben, eröffnet. Wenn diesmal auch nur zwei Kindertrachtenpaare in
der Kirche Aufstellung nahmen, gaben die Trachtenpaare: Silke Jung, Patrick
Decker, Simone Jordan und Roland Mihai, dem Gottesdienst eine besondere
Note.
Pfarrer Anton Schatz, obwohl noch nicht so vertraut mit der Geschichte
der Banater Schwaben, fand trotzdem einfühlsame Worte in seiner Predigt
und bei den Fürbitten. Musikalisch wurde die Festmesse vom Marienchor
und den Bruckenauer Musikanten umrahmt. Gleichzeitig wurde Daheim in Bruckenau,
nach vorheriger Absprache, ein Kranz am Denkmal der verstorbenen Rußlanddeportierten,
sowie auch vor dem Kriegerdenkmal niedergelegt. Die Kränze wurden
von einer rumänischen Familie gespendet.
Das Mittagessen, sowie die anschließende Festversammlung, fanden
auch diesmal in der Gaststätte S.V. 1873 Süd statt. Um bei der
Ankunft der Gäste das Gedränge zu vermeiden, wurden diese von
Helfried Feith und Daniel Loris an der einen, und von Peter Jung und Christian
Jung an der anderen Kasse bedient.
Die ersten kurzen Begrüßungen auf dem Kirchplatz wurden
dann im Saal ausgiebig erweitert, wobei so manche Erinnerungen wieder wach
wurden.
Zu Beginn des Festaktes begrüßte der HOG – Vorsitzende,
Manfred Loris, die Anwesenden und gedachte auch derer, die durch Alter
oder Krankheit nicht dabei sein konnten. Besonders wurde der Ehrengast
von Seiten der Landsmannschaft der Banater Schwaben München, Vorstandsreferent
Peter Dietmar Leber, und der aus Argentinien angereiste Landsmann
Hans Loris mit Gattin begrüßt. Herr Loris ist Ehrenvorsitzender
des Donauschwabenvereins von Villa Ballester, Buenos Aires.
Das Trachtenpaar Simone Jordan und Roland Mihai trugen jeweils ein
Gedicht, teils in Bruckenauer Mundart vor. Anschließend wurde die
banater Hymne gesungen und in einer Schweigeminute den Toten gedacht.
In seinem Tätigkeitsbericht wies der HOG – Vorsitzende, unter anderem,
auf den schlechten Zustand der Heimatkirche und des katholischen Friedhofs
hin, den er bei seinem Besuch in Bruckenau vorfand. Er apellierte an die
Landsleute bei einer Renovierung, diese durch Spenden zu unterstützen.
Weiter wurde erwähnt, dass von den Heimatbüchern noch einige
Exemplare vorhanden sind. Ein Lob galt unserem Landsmann Helmut Schlauch,
dank dessen Bruckenau auch im Internet erreichbar ist und dort unter anderem
auch Bilder und Auszüge aus dem Buch abrufbar sind.
Geplant ist auch ein Bilderband zum Thema Bruckenau. Dazu erging ein
Aufruf an alle Landsleute, dieses Vorhaben mit entsprechenden Bildern zu
unterstützen. Dabei kann es sich um Bilder von Freud und Leid, der
Arbeit, dem Brauchtum u.s.w. handeln. Neben dem Heimatbuch soll dies eine
bleibende Erinnerung an des einstige Dorfleben sein.
Der Kassenbericht wurde von Katharina Donos vorgetragen, die sich damit
aus ihrer Tätigkeit als Kassenwart der HOG – Bruckenau, nach 16-jähriger
Tätigkeit verabschiedete. Als kleines Dankeschön, überreichte
ihr der Vorsitzende das Buch: „Maria Radna“, verfasst von Msgr. Martin
Roos.
Unser Ehrengast, Vorstandsreferent Peter Dietmar Leber, überbrachte
die Grüße des Bundesvorstandes, außerdem sprach er einige
lobende, wie ermutigende Worte zu der HOG.
Anschließend wurde der alte Vorstand entlastet und ein neuer
gewählt.
Die Neuwahl brachte folgendes Ergebniss:
1. Vorsitzender: Manfred Loris
2. Vorsitzender: Reinhard Scherer
Kassenwart: Christian Jung
Schriftführer: Gerda Kunz
Beisitzer: Eva Tittchen, Mathias Junkert, Walter Roth
Kassenprüfer: Helfried Feith, Josef Groß
Geehrt wurden zehn Senioren von 80 und mehr Jahren alt. Ihnen wurde
jeweils ein Bild von Stefan Jäger überreicht. Eine weitere Ehrung,
seitens der Landsmannschaft München, ging an Herrn Hans Loris, als
Dank für seine Leistungen für unsere Landsleute in Argentinien.
Nach dem Festakt wurde zu Kaffee und Kuchen eingeladen. Da standen
die wundervoll verzierten Torten, eine einladender als die andere, alle
von den Nürnberger Gastgeberinnen gespendet. Die anschließend
verlosten Gegenstände wurden ebenfalls von Landsleuten gespendet.
Mittlerweile bereiteten die Bruckenauer Musikanten, unter der Leitung
von Hans Eichinger (Jahrmarkt), ihren Auftritt vor. Dank der vielfältigen
Musik gelang es ihnen, sowohl die Jungen, als auch die Alten auf die Tanzfläche
zu locken. Die gute Stimmung hielt bis lang nach Mitternacht an.
Ein herzliches Dankeschön auf diesem Wege, an alle freiwilligen
Helferinnen und Helfer, an die Kuchen-, Kaffee-, und Tombolaspender, an
die Männer an der Kasse, an Alle, die zum guten Gelingen des Festes
beigetragen haben, nicht zu vergessen die zwei Trachtenpaare, welche dem
Ganzen einen besonderen Flair gaben.
Nach der Meinung der vielen Anwesenden, kann das Fest als gelungen
betrachtet werden. Zu unserem nächsten Heimattreffen 2003, laden wir
schon heute recht herzlich ein.
Bruckenauer Heimattreffen
30 Juni 2001
Rede des Vorsitzenden Manfred Loris
Liebe Bruckenauer Landsleute, sehr geehrte Gäste und Ehrengäste!
Im Namen der HOG Bruckenau möchte ich sie alle recht herzlich begrüßen, sie bei unserem 10. Treffen hier in Nürnberg willkommen heißen. Grüße an unsere Landsleute in der alten Heimat, in Argentinien, England, Kanada, Österreich und USA sowie an alle die hier in Deutschland lebenden, die heute nicht dabei sein können. Als Ehrengast und Festredner seitens der Landsmannschaft der Banater Schwaben, begrüße ich Vorstandsreferent Herr Peter Dietmar Leber aus München. Es ist mir eine große Freude den Ehrenvorsitzender der Donauschwaben aus Buenos Aires Argentinien unserer Landsmann Herr Johann Loris mit Frau Maria begrüßen zu dürfen.
Mit Gedichten vorgetragen von Simone Jordan und Roland Mihai eröffnen wir unser Fest und anschließend wollen wir gemeinsam die Banater Hymne singen.
Es fällt mir jedesmal schwer, auch an die Landsleute zu erinnern,
die heute nicht mehr in unserer Mitte sein können. Im Gedanken an
unsere verstorbenen Landsleute möchten wir eine Minute den Schweigens
bewahren.
Der Abschied ist so schnell gekommen
Und für uns alle ist es schwer,
doch allen ist als Trost geblieben
es war dein Wille, Gott oh Herr
Liebe Bruckenauer, liebe Gäste!
Es sind jetzt zwei Jahre her, dass wir unser Buch vorgestellt haben.
Das Buch hat sich gut verkauft, eine gute Resonanz gefunden, es sind aber
immer noch einige Exemplare vorhanden, bin aber zuversichtlich, das wir
die Bücher im Laufe der Zeit auch verkaufen werden. Es sind immer
willkommene Geschenke. Dank unseres Landmannes Helmut Schlauch sind Auszüge
und Bilder auch im Internet zu sehen. Das Buch ist jetzt auch auf einer
CD gespeichert, es müssen nur noch einige kleine Änderungen vorgenommen
werden, dann kann man das Buch auch als CD erwerben. Es ist eine tolle
Sache. Ein Bruckenauer Landsmann hat beim durchblättern der Bruckenauer
Homepage das Ganze betreffend formuliert; ich zitiere: „Wer hätt
sich des noch voor a paar Johr nor zu traame getrout: Bruckenau, iwerall
auf dere Herrgott‘s Welt gegenwärtig. Hut ab! Un Respekt!“
Lieber Helmut, im Namen der HOG Bruckenau herzlichen Dank für
dein Engagement, ich sage auch Hut ab und Respekt!
Es sind auch noch 37 Ortssippenbücker vorhanden. Diese Bücher sind für die Anforschung unverzichtbar.
Liebe Landsleute, wie beim letzten Treffen angedeutet, möchten
wir einen Bildband über Bruckenau erstellen, ursprünglich über
Kirchwei und Musik. Nach mehreren Nachfragen bei Verlangen, ist es eine
teure Angelegenheit, ein Bilderbuch mit nur zwei Themen zu gestalten. Wir
haben nun entschlossen, ein Bilderbuch zum Thema Bruckenau zu gestalten.
Wie in der Einlandung angedeutet, benötigen wir diesbezüglich
Bilder. Es sollen Bilder von allen möglichen Themen, über Haus,
Garten, Hauswirtschaft, Feldarbeiten, Kollektiv, Tieren, über Taufe,
Kommunion, Firmung, Hochzeit, Fronleichnam, sowie auch vom Krieg und Russlanddeportation
und besonders Bilder als der neue Kirchturm gesetzt wurde, sein.
Wir haben ein Buch von der HOG Traunau gekauft, welches man nachher anschauen
kann, um sich ein Bild über die Gestaltung des Buches zu machen.
Die Bilder die noch bei der HOG sind, werden gespeichert und den Inhabern
zurückgegeben. Wir haben uns das Ganze so vorgestellt, dass die Bilder
gesammelt werden, z.B. in Nürnberg, Worms, Osthofen, Rastatt, Waldkraiburg,
und wir dann vor Ort die Bilder speichern, so dass sie sofort zurück
gegeben werden.
Einzelheiten können wir auch telefonisch besprechen.
Reinhard und ich haben letztes Jahr, bei einem Kurzbesuch in Bruckenau
die Häuser fotografiert, jetzt soll noch der Friedhof fotografiert
und die Kreuze und Inschriften auf Fotos und Papier gebracht werden.
Ein anderes Problem, dass wir beim letzten Treffen angesprochen haben,
sind die Reparaturarbeiten an der Kirche (Zu dem Zustand der Kirche habe
ich Bilder zur Ansicht dabei). Was in einem sehr schlechten Zustand war,
waren die Dachrinnen. Sie waren teilweise durchgebrochen und die Wände
voller Feuchtigkeit.
Bei unserem Besuch, letztes Jahr, haben wir Frau Gertrud Loris versprochen,
dass die HOG sich an den Reparaturarbeiten finanziell beteiligen wird,
da nicht genügend Geld vorhanden ist.
Ich möchte nicht ins Detail gehen, denn es kostet zu viel Zeit,
der Schaden wurde behoben, es wurden neue Rinnen angebracht die 1000
DM kosteten. Bei der Forderung der Rechnung für unsere finanzielle
Beteiligung wurde mitgeteilt, dass genügend Geld vorhanden war.
Das Kirchendach ist auch in einem schlechten Zustand, es ist ein Wunder,
dass es noch nicht in die Kirche regnett.
Bei der alljährlichen HOG Tagung in Frankental, bei der auch Bischof
Martin Roos aus Temeswar anwesend war, hat er in seiner Rede darauf hingewiesen,
dass größere Reparaturen von ihm genehmigt werden müssen
und der Heimatpfarrer diese Genehmigung beim bischöflichen Ordinariat
stellen muß. Ich habe schon meine Adresse und Telefonnummer nach
Bruckenau geschickt, dass der neue Pfarrer sich mit mir in Verbindung setzten
soll (der alte Pfarrer ist nicht mehr tätig), was er aber noch nicht
gemacht hat.
Ich weiß, viele werden sagen was geht uns das Ganze noch an,
aber soll die Kirche, in der wir geheiratet haben, unsere Kinder getauft
wurden, die Requiem für unsere Toten gelesen wurden, verfallen lassen?
Sind wir es unseren Ahnen nicht schuldig, wo wir doch heute mit geringen
finanziellen Mitteln die Möglichkeit habenein Stück Erbgut zu
retten. Wir werden dieses Problem mit dem neuen Vorstand, der heute gewählt
wird, noch einmal besprechen um mit Ihrer Hilfe und den Geldmöglichkeiten
der HOG die dringlichsten Reparaturarbeiten durchführen zu können.
Ich möchte bitten, nachdem Vortrag Stellung hinsichtlich dieser Problematik,
zu nehmen.
Ein weiteres Problem, auf dass ich von Bischof Martin Roos und unserem Landsmann Georg Mojem, Vorsitzender des Landesverbandes der Banater Schwaben aus Baden Württemberg, der des öfteren unseren Friedhof besucht, angesprochen worden bin, ist der schlechte Zustand des Friedhofes. In einem Bericht von Walter Konschitzky, über die Friedhöfe im Banat steht geschrieben: „Immer weniger Menschen treten vor die Ruhestädten in den Friedhöfen der Deutschen im Banat; immer weniger Hinterbliebene sind da, die sie pflegen. Noch sind die Inschriften gut lesbar, aber das Moos wuchert unerbittlich über die Namen und Sprüche in Stein. „Hier in diesem Rosengarten, will ich auf meine Kinder warten“, steht auf dem Grab einer Mutter. Der den Reim liest, weiß, die Kinder haben den Ort verlassen, nur noch selten kehren sie hierher zurück.“
Das Problem auf unserem Friedhof ist, dass fast jede Familie rumänische
Bekannte hat, die einzelne Gräber sauber halten, aber was passiert
mit den Mittelwegen, dem großen Kreuz, dem Rußlanddenkmal,
wo die Sträucher und das Gras manchmal mannshoch stehen. Ich habe
bei unserem Besuch einer Vertrauensperson 50 DM im Jahr, aus den Mitteln
der HOG, für die Pflege des Rußlanddenkmals und des großen
Kreuzes, zugesichert. Die Sträucher um den Brunnen haben sich mittlerweile
so stark ausgebreitet, dass man nur noch über die Gräber ausweichen
kann. Auch der Zaun ist im Eingangsbereich beschädigt. Der Friedhof
wird kleiner, Grabsteine verschwinden, Gräber werden als Anbaufläche
benutzt.
Mein Vorschlag ist, einen Friedhofsverwalter einzusetzen. Etliche Gemeinden
haben das gemacht (Guttenbrunn, Blumental) und haben sehr gute Erfahrungen
gesammelt. Die Friedhöfe sind sauber und gepflegt. Es wird eine Friedhofsordnung
erstellt, erhältlich beim bischöflichen Ordinariat, mit einer
Vertrauensperson wird ein Vertrag abgeschlossen. Der Pfleger bekommt eine
monatliche Zuwendung von ca. 80 DM und ist für die Friedhofsanlage,
aber nicht für die einzelnen Gräber verantwortlich. Mit einer
jährlichen Spende von ca. 20 DM pro Familie, ist es zu verwirklichen
und der Friedhof wäre in Ordnung. Mit dem Rest des Geldes könnten
immer noch kleinere Reparaturen vorgenommen werden.
Ich bitte auch diesbezüglich um Vorschläge.
Die Erfassung der Kirchenbücher, welche in Dumbravita lagern, ist
uns nicht gelungen, da der alte Pfarrer uns darauf hingewiesen hat, dass
es, aus Datenschutzgründen, nur mit bischöflicher Genehmigung
möglich ist.
Die HOG Bruckenau ist um Unterstützung gebeten worden, für
die Errichtung eines Gedenksteines in Mannheim, der allen Banater Schwaben
und auch den Heimatorten gedenkt. Es wurden 150 DM überwiesen.
Der Name unseres Dorfes wird auf den Gedenkstein eingraviert. Eine
Skizze des Gedenksteines liegt auf den Tischen aus.
Dies war mein Tätigkeitsbericht, ich danke für Ihre Aufmerksamkeit.
Bevor wir mit den Wahlen beginnen, möchte ich mich beim alten Vorstand,
für die gute Zusammenarbeit bedanken und wünsche weiterhin alles
Gute.
Zum Schluß möchte ich mich im Namen der HOG, und auch persönlich
bei allen Landsleuten die mitgewirkt haben dieses Fest zu gestalten, ganz
herzlich bedanken, besonders auch bei den zwei Trachtenpaaren, denn nur
gemeinsam, mit aller Mithilfe, werden wir in Zukunft erfolgreich sein.
Ich wünsche Euch allen eine gute Unterhaltung mit den Bruckenauer
Musikanten und wünsche uns:
Zeit zu uns selber zu finden,
jeden Tag, jede Stunde als Glück zu empfinden
Ich wünsche uns Zeit, auch um Schuld zu vergeben
Ich wünsche uns Zeit zu haben zum Leben!
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