Bruckenauer Treffen 2005

Bericht von Gerda Kunz:

Bruckenauer Jubiläumstreffen

Zahlreiche Bruckenauer aus allen Teilen Deutschlands haben sich zum zwölften Heimattreffen in Nürnberg am 4. Juni eingefunden. Es gab ein frohes Wiedersehen mit vielen Bekannten, Freunden und Verwandten, die sich schon an der Kirche Sankt Willibald herzlich begrüßten. Den Festgottesdienst zelebrierte Heimatpfarrer Franz Marksteiner, der in seiner Predigt auf einige Aspekte des Glaubens hinwies und auf die Bedeutung unseres Herkunftsortes bei der Identitätsfindung hinwies. Wir danken auf diesem Wege nochmals Pfarrer Marksteiner für seine Worte und für die schöne Feier. Musikalisch umrahmt wurde der Gottesdienst vom „Marienchor" aus Nürnberg unter der Leitung von Willi Baumeister. Die meist bekannten Lieder luden zum Mitsingen ein. Eine besondere Note verliehen unserem Gottesdienst auch die Aufstellung der Trachtenpaare: Sandra Müller, Karsten Loch, Beate Feller, Patrick Becker, Simone Jordan, Ralf Mihai, Karla Müller und Bernd Loris.
Bei der Feierstunde im Genossenschaftssaalbau begrüßte HOG-Vorsitzender Manfred Loris die Landsleute und Gäste herzlich. Als Ehrengast und Festredner begrüßte er Peter Dietmar Leber, Vorstandsreferent der Landsmannschaft und Landesvorsitzender der Banaler Schwaben in Bayern, und die HOG-Vorsitzende der Nachbargemeinde Jahrmarkt, Helene Eichinger. Dann wurden Grußworte vom jetzigen Bruckenauer Bürgermeister verlesen. Mit einem Gedicht, vorgetragen von Beate Feller und der Banaler Hymne wurde die Festversammlung offiziell eröffnet. In einer Schweigeminute gedachte man der Toten in der alten und neuen Heimat, der Opfer des Krieges und der Verschleppung.
Wie schon anfangs erwähnt, war dieses Heimattreffen auch ein Jubiläumstreffen. Vor 25 Jahren wurde die Heimatortsgemeinschaft Bruckenau in Osthofen gegründet. Einen Rückblick auf die Tätigkeiten der vergangenen Jahre bot Gerda Kunz in ihrem Bericht. Der Vortrag war von Bildern aus der alten Heimat (von Helmut Schlauch) begleitet. Es wurde dabei nicht nur ein Einblick in die HOG-Arbeit gewährt, sondern auch die Verbundenheit mit dem Heimatort und allen Bruckenauern unterstrichen. Anschließend informierte der Vorsitzende über eines der neuesten Vorhaben: die Erstellung eines Bruckenauer Bildbandes. Es wurde an die Landsleute der Appell gerichtet, besonders Bilder über Feldarbeiten, Bauernwirtschaft, Ehrungen u. a. zur Verfügung zu stellen. Mit diesem Bildband wird auch die Bruckenauer Kirchengeschichte verbunden, die demnächst in deutscher Übersetzung zur Verfügung stehen wird.
Ein anderes wichtiges Anliegen war die Instandhaltung der Kirche und des Friedhofs. Dank der vielen Spenden unserer Landsleute kann sich der Friedhof eines würdigen Ansehens erfreuen. Dies kann man leider von der Kirche nicht berichten. Für die Renovierung und Instandhaltung dieser wurde um Spenden gebeten (Konto HOG Bruckenau Nr. 750374753, Sparkasse Roth-Schwabach, BLZ 764 500 00). Es folgte ein ausführlicher Kassenbericht, vorgetragen von unserem Kassenwart Christian Jung.
Nach der Ansprache unseres Ehrengastes Peter Dietmar Leber bedankte sich Manfred Loris bei den Mitgliedern des Vorstandes für die geleistete Arbeit. Nach der Entlastung des alten Vorstandes fanden Wahlen statt. Der neue Vorstand setzt sich folgendermaßen zusammen: Erster Vorsitzender: Manfred Loris; Zweiter Vorsitzender Reinhard Scherer; Kassenwart: Christian Jung; Schriftführer: Gerda Kunz; Beisitzer: Eva Tittchen, Mathias Junkert, Helmut Schlauch; Kassenprüfer: Hella Jordan, Herwig Hehn.
Für besondere Verdienste wurden mehrere Ehrungen vorgenommen: Manfred Loris erhielt die Verdienstmedaille der Landsmannschaft der Banaler Schwaben in Silber, Eva Tittchen eine Ehrenurkunde für zwanzig Jahre Mitgliedschaft in der HOG, Josef Grosz eine Ehrenurkunde für zwölf Jahre Mitgliedschaft im Vorstand und Helfried Feith eine Ehrenurkunde für acht Jahre Mitgliedschaft im Vorstand.
Traditionsgemäß wurden auch die Senioren, die das Alter von 80 Jahren und mehr erreicht haben, geehrt. Sie erhielten ein kleines Präsent: Michael Andre, Eva Decker, Katharina Donos, Eva Feith Eva und Eva Jordan.
Zur Auflockerung des Tages und der Atmosphäre sorgte wieder eine gelungene Tombola, die Fotoausstellung „Mohnblumen" und für die Kinder eine Malecke.
Stärken konnte man sich mit Kaffee und selbstgebackenem Kuchen von den Nürnberger Hausfrauen. Für gute Unterhaltung sorgten die „Donau-Franken" unter der Leitung von Hans Eichinger. Bis in die frühen Morgenstunden wurde getanzt, erzählt und gelacht. Für die Organisation ein herzliches Dankeschön dem Nürnberger Team. Das nächste Treffen wird 2007 stattfinden.



Ansprache Hehn Herwig:

Liebe Landsleute, geehrte Gäste!

Ich freue mich Sie heute begrüßen zu dürfen zum Bruckenauer Kirchweihfest.  Es ist lobenswert, von der HOG, dass man sich traditionsgemäß bemüht, diese Treffen der Bruckenauer zu pflegen nach altem Brauch und neuer Sitte. Klar kann man kein Fest so feiern wie es dort war, aber in unserem Herzen lebt die Kerweih so wie einst in der alten Heimat. Es gibt auch heute Trachtenpaare in der schönen Bruckenauer Tracht, es gibt auch eine Kappelle mit Bruckenauer Musikanten. Wir waren in der heiligen Messe wo auch ei Bruckenauer Chor sang. Wir fühlen uns wieder wie einst zur Bruckenauer Kerweih.
Für Diejenigen die regelmäßig die alte Heimat besuchen, wird es sicherlich eine Genugtuung sein dass das Dorf immer noch das Bild einer Ortschaft trägt, die von Banater Schwaben, von deutscher Hand geprägt wurde. Ich bin bei meinem letzten Besuch durch viele schöne Ortschaften in Banat und auch außerhalb Banats gefahren und habe die Erkenntnis gemacht dass man in den meisten Ortschaften noch den Fingerabdruck des Deutschtums in den Ortschaften erkennt, die von unseren Ahnen erbaut wurden. Wir können unseren Mitbürgern aus Rumänien die jetzt noch in Bruckenau leben nur dankbar sein, dass man sich hier bemüht die Häuser in denen wir geboren wurden noch pflegt.
Eine der unangenehmsten Überraschungen bot mir jedoch das Bild der Kirche. Es war das Haus der Zuflucht für die älteren unter den heutigen Bruckenauer auf dem Treffen. Es war für Jeden der in Bruckenau geboren wurde das Haus in dem er das Sakrament der Taufe empfangen hatte, die erste Kommunion, die Firmung und viele unter uns sind hier den Bund der heiligen Ehe eingegangen. Noch heute erklingen die Glocken in der alten Heimat, wenn ein Ex - Bruckenauer hier in Deutschland (oder auch in der alten Heimat) von dieser Welt geht. Alles in Allem, die katholische Kirche in der Dorfmitte von Bruckenau ist und bleibt das Wahrheitszeichen und Symbol des Deutschtums dieser unserer alten Heimatgemeinde.
Ich glaube ich spreche jedem gebürtigen oder eingeheiratetem Bruckenauer aus dem Herzen und aus der Seele wenn ich jetzt behaupte dass unsere Kirche nicht zur Ruine werden darf.
In dem Zustand in dem sich diese jetzt befindet ist sie aber auf dem besten Wege dahin. Ich nutze deshalb die Gelegenheit hier und heute, an alle Anwesenden und Nichtanwesenden Bruckenauer, die Auforderung zu richten, etwas zu unternehmen um unser Gotteshaus, in Bruckenau zu renovieren.
Ich glaube dass ich mit meiner Meinung im Einklang bin mit all Denen die unsere alte Heimat in Erinnerung haben, die in der Kirche den einen oder anderen feierlichen Gottesdienst miterlebt haben, die unter dem Glockenklang ihre Lieben in Bruckenau zu Grabe getragen haben, ich bin überzeugt liebe Bruckenauer, man stimmt mir zu, es ist Handlungsbedarf; ich bin sogar überzeugt, dass wir Bruckenauer unseren Vorstand nicht im Stich lassen und tatkräftig unterstützen bei dem Vorhaben, unsere Kirche zu überholen, damit sie nicht schon bald dasteht wie ein Bruchstück gegenüber der neuen orthodoxen Kirche.
Ich möchte hiermit keinem der Anwesenden eine Spendepflicht aufdrängen. Ich möchte nur an das Bewusstsein unserer Mitbürger appellieren die noch immer das Gefühl haben , wie es der Autor des Heimatbuches (Reinhard Scherer)so schön betonte: „Ich bin stolz ein Bruckenauer zu sein“.
Im Moment möchte ich auch nur diesen Handlungsbedarf signalisieren, die Aufgabe an den Vorstand weitergeben und bitte um die Unterstützung aller Bruckenauer.
Ich bin der Meinung man sollte diesen Aufruf auch über die „Banater Post“ vermitteln, und auch über das Internet auf der Bruckenauer Seite.
Ich möchte den Vorstand somit nicht mit einer neuen unlösbaren Aufgabe belasten, sondern durch die Mithilfe aller Bruckenauer, entlasten.
Vielleicht hat der Vorstand sich ja schon über diesen Zustand, Gedanken gemacht und es gibt schon konkrete Vorstellungen oder Erläuterungen zu dem von mir angesprochenen Vorhaben?

Ich danke Euch für die Aufmerksamkeit!