Bruckenauer Jubiläumstreffen
Zahlreiche Bruckenauer aus allen Teilen Deutschlands
haben sich zum zwölften Heimattreffen in Nürnberg am 4. Juni
eingefunden. Es gab ein frohes Wiedersehen mit vielen Bekannten, Freunden
und Verwandten, die sich schon an der Kirche Sankt Willibald herzlich begrüßten.
Den Festgottesdienst zelebrierte Heimatpfarrer Franz Marksteiner, der in
seiner Predigt auf einige Aspekte des Glaubens hinwies und auf die Bedeutung
unseres Herkunftsortes bei der Identitätsfindung hinwies. Wir danken
auf diesem Wege nochmals Pfarrer Marksteiner für seine Worte und für
die schöne Feier. Musikalisch umrahmt wurde der Gottesdienst vom „Marienchor"
aus Nürnberg unter der Leitung von Willi Baumeister. Die meist bekannten
Lieder luden zum Mitsingen ein. Eine besondere Note verliehen unserem Gottesdienst
auch die Aufstellung der Trachtenpaare:
Sandra Müller, Karsten Loch, Beate Feller, Patrick Becker, Simone
Jordan, Ralf Mihai, Karla Müller und Bernd Loris.
Bei der Feierstunde im Genossenschaftssaalbau
begrüßte HOG-Vorsitzender Manfred Loris die Landsleute und Gäste
herzlich. Als Ehrengast und Festredner begrüßte er Peter Dietmar
Leber, Vorstandsreferent der Landsmannschaft und Landesvorsitzender der
Banaler Schwaben in Bayern, und die HOG-Vorsitzende der Nachbargemeinde
Jahrmarkt, Helene Eichinger. Dann wurden Grußworte vom jetzigen Bruckenauer
Bürgermeister verlesen. Mit einem Gedicht, vorgetragen von Beate Feller
und der Banaler Hymne wurde die Festversammlung offiziell eröffnet.
In einer Schweigeminute gedachte man der Toten in der alten und neuen Heimat,
der Opfer des Krieges und der Verschleppung.
Wie schon anfangs erwähnt, war dieses Heimattreffen
auch ein Jubiläumstreffen. Vor 25 Jahren wurde die Heimatortsgemeinschaft
Bruckenau in Osthofen gegründet.
Einen Rückblick auf die Tätigkeiten der vergangenen Jahre bot
Gerda Kunz in ihrem Bericht. Der Vortrag war von Bildern aus der alten
Heimat (von Helmut Schlauch) begleitet. Es wurde dabei nicht nur ein Einblick
in die HOG-Arbeit gewährt, sondern auch die Verbundenheit mit dem
Heimatort und allen Bruckenauern unterstrichen. Anschließend informierte
der Vorsitzende über eines der neuesten Vorhaben: die Erstellung eines
Bruckenauer Bildbandes. Es wurde an die Landsleute der Appell gerichtet,
besonders Bilder über Feldarbeiten, Bauernwirtschaft, Ehrungen u.
a. zur Verfügung zu stellen. Mit diesem Bildband wird auch die Bruckenauer
Kirchengeschichte verbunden, die demnächst in deutscher Übersetzung
zur Verfügung stehen wird.
Ein anderes wichtiges Anliegen war die Instandhaltung
der Kirche und des Friedhofs. Dank der vielen Spenden unserer Landsleute
kann sich der Friedhof eines würdigen
Ansehens erfreuen. Dies kann man leider von der Kirche nicht berichten.
Für die Renovierung und Instandhaltung dieser wurde um Spenden
gebeten (Konto HOG Bruckenau Nr. 750374753, Sparkasse Roth-Schwabach, BLZ
764 500 00). Es folgte ein ausführlicher Kassenbericht, vorgetragen
von unserem Kassenwart Christian Jung.
Nach der Ansprache unseres Ehrengastes Peter
Dietmar Leber bedankte sich Manfred Loris bei den Mitgliedern des Vorstandes
für die geleistete Arbeit. Nach der Entlastung des alten Vorstandes
fanden Wahlen statt. Der neue Vorstand setzt sich folgendermaßen
zusammen: Erster Vorsitzender: Manfred Loris; Zweiter Vorsitzender Reinhard
Scherer; Kassenwart: Christian Jung; Schriftführer: Gerda Kunz; Beisitzer:
Eva Tittchen, Mathias Junkert, Helmut Schlauch; Kassenprüfer: Hella
Jordan, Herwig Hehn.
Für besondere Verdienste wurden mehrere
Ehrungen vorgenommen: Manfred Loris erhielt die Verdienstmedaille der Landsmannschaft
der Banaler Schwaben in Silber, Eva Tittchen eine Ehrenurkunde für
zwanzig Jahre Mitgliedschaft in der HOG, Josef Grosz eine Ehrenurkunde
für zwölf Jahre Mitgliedschaft im Vorstand und Helfried Feith
eine Ehrenurkunde für acht Jahre Mitgliedschaft im Vorstand.
Traditionsgemäß wurden auch die Senioren,
die das Alter von 80 Jahren und mehr erreicht haben, geehrt. Sie erhielten
ein kleines Präsent: Michael Andre, Eva Decker, Katharina Donos, Eva
Feith Eva und Eva Jordan.
Zur Auflockerung des Tages und der Atmosphäre
sorgte wieder eine gelungene Tombola, die Fotoausstellung „Mohnblumen"
und für die Kinder eine Malecke.
Stärken konnte man sich mit Kaffee und selbstgebackenem
Kuchen von den Nürnberger Hausfrauen. Für gute Unterhaltung sorgten
die „Donau-Franken"
unter der Leitung von Hans Eichinger. Bis in die frühen Morgenstunden
wurde getanzt, erzählt und gelacht. Für die Organisation ein
herzliches Dankeschön dem Nürnberger Team. Das nächste Treffen
wird 2007 stattfinden.
Liebe Landsleute, geehrte Gäste!
Ich freue mich Sie heute begrüßen zu
dürfen zum Bruckenauer Kirchweihfest. Es ist lobenswert, von
der HOG, dass man sich traditionsgemäß bemüht, diese Treffen
der Bruckenauer zu pflegen nach altem Brauch und neuer Sitte. Klar kann
man kein Fest so feiern wie es dort war, aber in unserem Herzen lebt die
Kerweih so wie einst in der alten Heimat. Es gibt auch heute Trachtenpaare
in der schönen Bruckenauer Tracht, es gibt auch eine Kappelle mit
Bruckenauer Musikanten. Wir waren in der heiligen Messe wo auch ei Bruckenauer
Chor sang. Wir fühlen uns wieder wie einst zur Bruckenauer Kerweih.
Für Diejenigen die regelmäßig
die alte Heimat besuchen, wird es sicherlich eine Genugtuung sein dass
das Dorf immer noch das Bild einer Ortschaft trägt, die von Banater
Schwaben, von deutscher Hand geprägt wurde. Ich bin bei meinem letzten
Besuch durch viele schöne Ortschaften in Banat und auch außerhalb
Banats gefahren und habe die Erkenntnis gemacht dass man in den meisten
Ortschaften noch den Fingerabdruck des Deutschtums in den Ortschaften erkennt,
die von unseren Ahnen erbaut wurden. Wir können unseren Mitbürgern
aus Rumänien die jetzt noch in Bruckenau leben nur dankbar sein, dass
man sich hier bemüht die Häuser in denen wir geboren wurden noch
pflegt.
Eine der unangenehmsten Überraschungen bot
mir jedoch das Bild der Kirche.
Es war das Haus der Zuflucht für die älteren unter den heutigen
Bruckenauer auf dem Treffen. Es war für Jeden der in Bruckenau geboren
wurde das Haus in dem er das Sakrament der Taufe
empfangen hatte, die erste Kommunion, die Firmung und viele unter uns sind
hier den Bund der heiligen Ehe eingegangen. Noch heute erklingen die Glocken
in der alten Heimat, wenn ein Ex - Bruckenauer hier in Deutschland (oder
auch in der alten Heimat) von dieser Welt geht. Alles in Allem, die katholische
Kirche in der Dorfmitte von Bruckenau ist und bleibt das Wahrheitszeichen
und Symbol des Deutschtums dieser unserer alten Heimatgemeinde.
Ich glaube ich spreche jedem gebürtigen
oder eingeheiratetem Bruckenauer aus dem Herzen und aus der Seele wenn
ich jetzt behaupte dass unsere Kirche nicht zur Ruine werden darf.
In dem Zustand in dem sich diese jetzt befindet
ist sie aber auf dem besten Wege dahin. Ich nutze deshalb die Gelegenheit
hier und heute, an alle Anwesenden und Nichtanwesenden Bruckenauer, die
Auforderung zu richten, etwas zu unternehmen um unser Gotteshaus, in Bruckenau
zu renovieren.
Ich glaube dass ich mit meiner Meinung im Einklang
bin mit all Denen die unsere alte Heimat in Erinnerung haben, die in der
Kirche den einen oder anderen feierlichen Gottesdienst miterlebt haben,
die unter dem Glockenklang ihre Lieben in Bruckenau zu Grabe
getragen haben, ich bin überzeugt liebe Bruckenauer, man stimmt mir
zu, es ist Handlungsbedarf; ich bin sogar überzeugt, dass wir Bruckenauer
unseren Vorstand nicht im Stich lassen und tatkräftig unterstützen
bei dem Vorhaben, unsere Kirche zu überholen, damit sie nicht schon
bald dasteht wie ein Bruchstück gegenüber der neuen orthodoxen
Kirche.
Ich möchte hiermit keinem der Anwesenden
eine Spendepflicht aufdrängen. Ich möchte nur an das Bewusstsein
unserer Mitbürger appellieren die noch immer das Gefühl haben
, wie es der Autor des Heimatbuches (Reinhard Scherer)so
schön betonte: „Ich bin stolz ein Bruckenauer zu sein“.
Im Moment möchte ich auch nur diesen Handlungsbedarf
signalisieren, die Aufgabe an den Vorstand weitergeben und bitte um die
Unterstützung aller Bruckenauer.
Ich bin der Meinung man sollte diesen Aufruf
auch über die „Banater
Post“ vermitteln, und auch über das Internet auf der Bruckenauer
Seite.
Ich möchte den Vorstand somit nicht mit
einer neuen unlösbaren Aufgabe belasten, sondern durch die Mithilfe
aller Bruckenauer, entlasten.
Vielleicht hat der Vorstand sich ja schon über
diesen Zustand, Gedanken gemacht und es gibt schon konkrete Vorstellungen
oder Erläuterungen zu dem von mir angesprochenen Vorhaben?
Ich danke Euch für die Aufmerksamkeit!